Glossar Tarot

Court de Gébelin

Antoine Court de Gébelin war ein Autor des 18. Jahrhunderts, dessen Tarotdeutung zur esoterischen Rezeption der Karten beitrug. Im achten Band von Le Monde primitif schlug er 1781 eine Verbindung zur Weisheit des alten Ägypten vor. Diese These ist für die Geschichte der Vorstellungen über Tarot bedeutsam.

Hintergrund und Entwicklung

Court de Gébelin deutete die Karten als Überreste alten Wissens, das durch Bilder bewahrt worden sei. Seine Erklärung trug dazu bei, ein Spielkartendeck zum Gegenstand symbolischer Spekulation zu machen. Diese Idee ist als These des Autors darzustellen, nicht als Fund einer ägyptischen Handschrift.

Beitrag und Besonderheiten

Die Belege für frühe Tarotkarten führen nach Italien im 15. Jahrhundert. Die Ägypten-Hypothese ist daher vom historisch dokumentierten Ursprung zu unterscheiden. Eine Tradition kann lange nach ihrer Entstehung neue kulturelle Verbindungen aufnehmen. Das anzuerkennen erlaubt, ihre Entwicklung zu untersuchen und zugleich ihren symbolischen Reichtum zu würdigen.

Ein Beispiel zum Erkunden

Stell dir eine moderne Ausgabe vor, die einen Trumpf durch eine ägyptische Gottheit darstellt. Du kannst diese künstlerische Wahl und ihre Anregungen für eine Deutung untersuchen. Zur Datierung brauchst du jedoch Angaben zur Ausgabe und ihrem Urheber; das Alter der Gottheit bestimmt nicht das Alter des Decks.

Weiterführende Lektüre

Frage bei Ausdrücken wie uralte Weisheit oder Buch Thoth, auf welches Werk und welche Epoche sie sich beziehen. Ein Vergleich zwischen Court de Gébelin und Etteilla hilft, eine Theorie über den Ursprung der Karten von der Entwicklung konkreter Legemethoden zu unterscheiden.

Von der Karte zur Deutung

Quellen zum Weiterlesen