Trigon
Das Trigon ist in der Astrologie ein Aspekt zwischen zwei Planeten, die durch 120 Grad getrennt sind. Es zählt zu den fünf Hauptaspekten und gilt klassisch als der harmonischste; es weist auf einen flüssigen Energiekreislauf zwischen den beteiligten Planeten hin.
Herkunft und Etymologie
Das Wort kommt vom griechischen trigonos, was dreieckig bedeutet, denn das Trigon entspricht einem Drittel des Tierkreises (360 / 3 = 120). Der Aspekt wird von Claudius Ptolemäus im 2. Jahrhundert in der Tetrabiblos kodifiziert. Die mittelalterliche arabische und später lateinische Tradition ordnet das Trigon den großen benefischen Aspekten zu. Das Konzept ist mit jenem der elementaren Triplizität verbunden: Die drei Feuerzeichen (Widder, Löwe, Schütze), die drei Erdzeichen (Stier, Jungfrau, Steinbock) und so fort bilden im Tierkreis gleichseitige Dreiecke. Johannes Kepler bestätigt 1619 in Harmonices Mundi die zentrale Stellung des Trigons in der Aspekthierarchie.
Entwicklung und Tradition
Die traditionelle Astrologie sieht im Trigon eine geschenkte Gnade: ein mühelos sich äußerndes Talent, ein günstiges Terrain. Diese Lesart wurde im 20. Jahrhundert nuanciert. Liz Greene hat darauf hingewiesen, dass Trigone auch Leichtigkeiten beschreiben können, die mangels anregender Spannung ungenutzt bleiben. Ein großes Trigon verbindet drei Planeten, die jeweils 120 Grad voneinander entfernt in Zeichen desselben Elements stehen und im Tierkreis ein vollkommenes gleichseitiges Dreieck bilden. Diese Konfiguration gilt traditionell als sehr günstig, kann jedoch eine gewisse Passivität nach sich ziehen. Die Orbis eines Trigons variiert je nach Schule, gewöhnlich zwischen 6 und 10 Grad.
Praktische Anwendung
Ein natales Trigon zwischen zwei Planeten weist auf eine natürliche Kooperation zweier psychischer Funktionen desselben elementaren Naturells hin. Ein Mars-Jupiter-Trigon etwa begünstigt ein vertrauensvolles und ausgreifendes Handeln. In der prognostischen Astrologie eröffnen Transite, die ein Trigon zu einem Natalplaneten bilden, günstige Phasen im betreffenden Bereich. Auf Tarotoui werden Trigone in der Berechnung des Geburtshoroskops und der Transite automatisch erkannt. Viele heutige Astrologen raten davon ab, sich allein auf Trigone zu verlassen: Sie beschreiben ein Potential, mobilisieren es aber nicht von selbst.
Zur Vertiefung
Das Trigon als ausschließlich positiv zu betrachten, ist eine alte Vereinfachung. Ein von Trigonen beherrschtes Horoskop kann ein bequemes, doch entwicklungsarmes Leben hervorbringen. Die schwierigen Aspekte (Quadrate und Oppositionen) liefern die zur Reifung nötige Reibung. Beachten Sie, dass Trigone stets Planeten in Zeichen desselben Elements verbinden, was ihre Kohärenz verstärkt.